JANUAR 1998

Lebensläufe in deutscher Sprache

In unserem Artikel in der letzten Ausgabe haben Sie erfahren, wie Bewerbungen aus dem deutschsprachigen Raum aussehen.
Selbstverständlich gehört zu einer vollständigen Bewerbung auch der Lebenslauf bzw. das Curriculum Vitae.
Hier gibt es von Land zu Land zahlreiche Unterschiede, deren Sie sich als internationales Unternehmen bewußt sein sollten.

Man unterscheidet zwischen ausführlicher und tabellarischer Form. Heute ist die tabellarische Form am üblichsten. Einen ausführlichen Lebenslauf sollten Sie nur senden, wenn Sie ausdrücklich darum gebeten worden sind. Bedenken Sie auch, daß der Arbeitgeber anhand einer übersichtlichen Tabelle viel schneller einen Eindruck vom Bewerber bekommt.

Tabellarischer Lebenslauf

Beim tabellarischen Lebenslauf sind heute genau wie bei der schriftlichen Bewerbung viel mehr Freiheiten als noch vor ein paar Jahren erlaubt. Dennoch gibt es ein klassisches Schema, nach dem jeder Lebenslauf aufgebaut sein sollte.

Überschrift

Auf jeden Fall sollte der Lebenslauf eine Überschrift haben, aus dem einfachen Grunde, daß der Arbeitgeber weiß, daß es sich hierbei genau um diesen handelt.

1. Persönliche Daten

Zuallererst werden die persönlichen Daten wie Vor- und Zuname, Anschrift und Telefon, Familienstand und Staatsangehörigkeit aufgelistet. Sie können sich aber auch auf den Namen und das Geburtsdatum beschränken. Zum Beispiel folgendermaßen:

Name: Peter Müller
Geburtsdatum: 31.12.66

2.Ausbildung

Unter diesem Punkt geben Sie die von Ihnen besuchten Schulen, die weitere Ausbildung sowie die erreichten Abschlüsse an. Die Zeitangaben brauchen nicht präzise zu sein, d. h. Sie brauchen die Daten nicht bis auf den Tag genau anzugeben. Es reichen die folgenden Angaben:

19<73-1977 Grundschule Köln
1977-1986 Gymnasium Köln

3. Praktika und Erfahrungen

Hier können Sie alles auflisten, was Sie an Trümpfen zu bieten haben. Auch hier reicht es vollkommen aus, grobe Zeiträume anzugeben.

4. Berufstätigkeit

Dies ist der Teil, der Ihren eventuellen zukünftigen Arbeitgeber wahrscheinlich am meisten interessieren wird. Hier können Sie also ruhig etwas ausführlicher sein.
Geben Sie genau die Berufsbezeichnungen, - Positionen und eventuell eine Kurzbeschreibung an. Nennen Sie auch den Ort des Arbeitgebers.

EUROLOGOS, Köln
1993-94 Übersetzung und Quality Control (Englisch, Französisch, Niederländisch),
Spezialgebiet: Elektrotechnik, Maschinenbau, EDV
1994-95 Assistentin des Projektmanagers
seit Anfang 1997 Projektmanager für den Bereich Technische Übersetzungen in die deutsche Sprache

Sonstige Punkte

Desweiteren können Sie auf berufliche Weiterbildung (alles, was der Berufspraxis genützt hat) gegebenenfalls außerberufliche Weiterbildung (weitere Fremdsprachen, Computerkurse etc.) und besondere Kenntnisse (Buchhaltung etc.) eingehen.

Im deutschsprachigen Raum ist es eher ungewöhnlich, Hobbys und Interessen anzugeben.
Das ist unter anderem auch damit zu erklären, daß Sie mit der Nennung einer eventuell gefährlichen Freizeitbeschäftigung (z. B. Paragliding) Gefahr laufen, daß der Arbeitgeber befürchtet, daß Sie aufgrund von Unfällen zu oft von der Arbeit fernbleiben müssen.

Abschluß

Auf keinen Fall dürfen am Ende des Lebenslaufes Ort, Datum und Unterschrift fehlen.
Unverzeihlich ist es auch, eine Kopie des Lebenslaufes zu schicken. Durch das aktuelle Datum zeigen Sie, daß es sich auch um einen aktuellen Lebenslauf (idealerweise auf die Stelle, auf die Sie sich bewerben, zugeschnitten) handelt. Außerdem ist es bei Lebensläufen im deutschsprachigen Raum üblich, ein neueres Photo mitzuschicken. Dieses wird vorzugsweise oben rechts geklebt. Auf Heftzwecken sollten Sie möglichst verzichten.